Banner Geschichte der Bienen

Zusammen mit der Lebenshilfe Vorarlberg starteten wir eine Aktion zum Wohle der bedrohten Bienen. Eine Bienenwiese wurde ins Leben gerufen. Über diese kleinen, gestreiften und äußerst fleißigen Insekten gibt es einiges zu erfahren. Von wem stammt die Biene ursprünglich ab und seit wann gibt es die Imkerei? Hier erzählen wir euch die Geschichte der Bienen. Wie aus einem Fleischfresser ein Vegetarier wurde und vieles mehr könnt ihr auf dieser Seite nachlesen. Zudem habt ihr die Möglichkeit, jeden Montag bei uns im VOLhighspeed Shop, direkt beim Haupteingang des Russmedia Gebäudes, eure eigenen, kostenlosen Bienensamen für zu Hause abzuholen.

Grabwespe
Grabwespe - ein noch lebender Verwandter der Vorfahren der Bienen. Bildquelle: NAWOmedia / Shutterstock.com

VOM FLEISCHFRESSER ZUM VEGETARIER

Unsere Wild- und Honigbienen stammen von einem fleischfressenden Vorfahren ab, einer Wespe. Während die uns heute bekannten Bienenarten sich ausschließlich von Pollen und Nektar ernähren, hat deren Vorfahr, die heutige „Grabwespe“ durchaus Fleisch bevorzugt. Die Entwicklung zum Vegetarier schreiben Forscher vom Museum für Naturkunde Berlin und dem Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung  einem Zufall zu. Verglichen wurden laut des Berichtes der Seite br.de erstmals 195 Gene von mehr als 180 Wespen- und Bienenarten und ein neuer Stammbaum wurde erstellt. Dieser erklärt möglicherweise, warum Bienen von Fleischressern zu Vegetariern mutiert sind.

Die letzten lebenden Verwandten der Bienenvorfahren sind Grabwespen aus der Familie der Ammoplanidae. Diese Wespenart erreicht eine durchschnittliche Größe von zwei bis vier Millimetern und ernährt sich von sogenannten „Thrispen“, auch genannt „Gewittertierchen“. Thrispen sind kleine, schwarze Krabbeltierchen, welche an schwülen Tagen oft vor Gewittern auftauchen und diese wiederum ernähren sich von Pollen. Folgende Theorie wurde also aufgestellt: Die pollenbedeckten Gewittertierchen werden von den Wespen mit in das Wespennest gebracht und somit auch die Pollen, welche dann von den Larven gefressen werden. So könnte ein erster Schritt in die Richtung der Pollenernährung der Bienen gesetzt worden sein.

DIE ENTWICKLUNG ZUR HONIGBIENE

Die Umstellung auf eine rein vegetarische, pollen- und nektarlastige Ernährung bot den früheren Bienen mehr Möglichkeiten. Neue Lebensräume und ein entscheidender Vorteil bei der Nahrungssuche waren zwei ausschlaggebende Punkte, um in die fleischfreie Ernährung weiter in den Fokus zu rücken. Im Gegensatz zur lebendigen Beute sind Pollen nahrhafter und leichter zu „erlegen“. Nachdem die Bienen einmal auf den Pollen gekommen waren, blieben diese vorwiegend Vegetarier. Es gibt aber auch Ausnahmen. So legen manche Arten ihre Eier in fremde Brutzellen, während die Nestbauerin gerade auf Pollensuche ist. Die Larven dieser Bienen nutzen dann teilweise auch die fremden Eier oder Larven im Nest als Futterquelle. Die uns bekannte Honigbiene gibt es schon seit ca. 40 Millionen Jahren auf der Erde. Weltweit gibt es ca. 10 Arten davon. Bei uns heimisch ist die westliche Honigbiene (Apis mellifera).

WIE UNTERSCHEIDEN SICH HONIGBIENEN VON WILDBIENEN?

Honigbienen unterscheiden sich sehr von Wildbienen. Ein großer Unterschied ist zum Beispiel, dass die Wildbienen vorwiegend als Einzelgänger in der Natur nisten, während die Honigbienen, zusammen mit einem Volk, in einem Bienenstock leben. Auch äußerlich unterscheiden sich die Wildbienen von der herkömmlichen Honigbiene. So gibt es schwarze, schwarz-gelbe oder auch rötlich-braun gefärbte, pelzige und sehr wenig behaarte Wildbienen. Fast die Hälfte der Wildbienen nistet unter der Erde. Andere Nistplätze sind morsches Holz, Pflanzenstängel oder leere Schneckenhäuser. Auch die wilden Verwandten der Honigbienen ernähren sich vorwiegend von Nektar und Pollen. Etwa 30% der Wildbienenarten sind auf wenige Pflanzenarten spezialisiert und stehen mit diesen in einer „Symbiose“, was bedeutet, dass die Pflanze der Wildbiene Nahrung liefert und die Pflanze wiederum von der Bestäubung durch diese Bienenart abhängig ist. Wenn die Bienenart verschwindet, so kann sich auch die Pflanze nicht weiter vermehren.

Die westliche Honigbiene ist braun-schwarz und nicht, wie so oft in Kinderfilmen zu sehen, schwarz-gelb. Die Brust ist behaart und der Hinterleib weist helle und dunkle Streifen auf. Der Unterschied zu den fleischfressenden Wespen ist gut zu erkennen.

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SEIT WANN GIBT ES DIE IMKEREI?

Da die Bienen schon einige Jahre mehr auf dieser Erde verweilen als die menschliche Spezies, waren die Bienenstöcke schon immer eine begehrte Energiequelle der Menschen. Egal ob es sich hierbei um den Honig oder sogar um die Bienenbrut als Eiweißquelle handelte. Das älteste Dokument, eine steinzeitliche, etwa 10.000 Jahre alte Höhlenzeichnung bei Bikorp in Spanien, zeigt bereits einen „Honigjäger“ bei der Arbeit.

Als die Menschen zum Ackerbau und zur Viehzucht übergingen, holten sie auch Bienenvölker in die Nähe der Behausungen. Die älteste Bienenhaltung gab es wahrscheinlich im Vorderen Orient. Bereits im 4. Jahrtausend vor Christi bestand sie auch schon in Ägypten. Aber erst im Mittelalter erblühte das Geschäft mit der Bienenhaltung so richtig. Honig- und Wachszins mussten an die Kirche und an den Staat abgegeben werden. Die Bienenzucht fand damals noch in den Wäldern statt und wurde von den sogenannten „Zeidlern“ betreut. Die Zeidler schufen Hohlräume in Bäumen, die sie mit einem Stück Holz abdeckten und dabei ein Loch freihielten, das den Bienen das Ein- und Ausfliegen ermöglichte. Die Zeidler oder auch „Beutner“ genannt, nahmen den Bienen nur einen Teil ihrer Vorräte weg und so entwickelte sich die Imkerei Schritt für  Schritt bis zum heutigen Standart.