Die Geschichte des Festnetztelefons

Die Geschichte des Festnetztelefons

Bildquelle: BrAt82 / Shutterstock.com

Heutzutage trägt beinahe jeder zu jeder Zeit und überall sein Smartphone mit sich herum. Man ist sozusagen immer und rund um die Uhr erreichbar. Früher war das nicht so. Die Telefonie über das Festnetztelefon ist noch gar nicht so altmodisch wie man glauben mag. Wenn man bedenkt, dass das Handy gerade mal 36 Jahre jung ist. Und die Smartphones, so wie wir diese von heute kennen, gibt es erst seit ca. 12 Jahren. Seit wann aber gibt es die Festnetztelefonie und wann entstand die Idee zur Telefonie? Das und mehr könnt ihr in diesem Blogbeitrag nachlesen.

1861 – ein bedeutendes Jahr für die Telefonie

Im Jahre 1861 führte ein deutscher Physiker und Erfinder dem österreichischen Kaiser in Frankfurt einen Apparat zur Übertragung von Tönen und Melodien vor. Der Name des Erfinders war Philipp Reis. 13 Jahre später meldete der Sprechtherapeut, Alexander Graham Bell, einen „Sprechtelegraphen“ zum Patent an. Besichtigen kann man den „Bell’schen Sprechtelegraphen“ auch heute noch und zwar auf der Weltausstellung von Philadelphia. Im selben Jahr, 1876, wurde dann das erste Ferngespräch zwischen Boston und Campbridge (USA) geführt. Im Jahre 1877 produzierte die Firma „Siemens & Haske“ die ersten „Telefone“.

Die Entwicklung des Festnetztelefones

Die Entwicklung des Festnetz-Telefones. Begonnen hat alles mit Telegraphen, welche im Stande waren, Töne und Melodien zu übertragen. Bildquelle: Pavel L Photo and Video / Shutterstock.com

 

Das Fräulein vom Amt und ihre Aufgabe

Im Jahr 1881 entstanden die ersten öffentlichen Telefonnetze und riefen ein neues Berufsbild ins Leben: Das Fräulein vom Amt. In den damaligen Telefonzentralen mussten Gespräche noch manuell vermittelt werden. Teilweise sogar mit Hilfe eines „Kurbelinduktors“. Die Vermittlung erfolgte in den meisten Fällen durch weibliche Telefonistinnen, da die höhere Stimmlage verständlicher als die der meisten Männer war. So entstand die Bezeichnung „Fräulein vom Amt“ oder auch genannt „Demoiselle“. Die Aufgabe der „Demoiselle“ war die Vermittlung vom einen zum anderen Teilnehmer, damit diese ein Telefongespräch führen konnten. Der Standartsatz der Telefonistinnen lautete „Jetzt kommt ein Gespräch für Sie.“ Nach diesem Satz wurde die Verbindung zwischen den beiden Teilnehmern hergestellt. Wer jetzt denkt, dieser Beruf wäre so einfach zu bekommen gewesen, täuscht sich. Eine gute Schulbildung, beste Umgangsformen sowie Fremdsprachenkenntnisse waren erforderlich um diesen Beruf auszuüben. Zudem mussten die Damen jung, ledig und aus gutem Hause kommen. Der Beruf „Fräulein vom Amt“ erfreute sich immer größerer Beliebtheit, doch mit der Einführung der elektromechanischen Vermittlungstechnik starb dieser immer mehr und mehr aus.

Fräulein vom Amt oder auch Demoiselle

Der Beruf, Fräulein vom Amt, entstand im Jahr 1881 und erfreute sich großer Beliebtheit. Mit der Einführung der elektromechanischen Vermittlung starb dieser neue Berufszweig jedoch wieder aus. Bildquelle: Everett Collection / Shutterstock.com

Telefonzellen – Erinnert ihr euch noch?

Im Jahre 1878 wurde die erste Telefonzelle, damals auch genannt „Fernsprechkiosk“, in New Haven (USA) aufgestellt. Danach folgte Dänemark mit dem „Telefonkiosk“. Am 17. August 1903 wurde der erste „Telefonautomat“ im Wiener Südbahnhof in Betrieb genommen. Nach Einwurf von 20 Heller konnte man ein aktives Gespräch führen. Weitere wurden kurz darauf im Nord- und Westbahnhof, im Café Central und in der Prater-Hauptallee aufgestellt. Die Aufstellung weiterer Münzfernsprechern wurde zuerst nicht gerne gesehen. Die Begründung dafür war, dass diese das Stadtbild „verschandeln“. Die nachfolgenden „vornehmer“ wirkenden Telefonkioske wurden dann vom Wiener Magistrat und dem Denkmalamt akzeptiert.

Telefonzelle in Wien

Früher täglich genutzt und heute hauptsächlich als nettes Fotomotiv gesehen – die Telefonzelle. Bildquelle: Kirill Linnik / Shutterstock.com

Der 2. Weltkrieg und das Telefon

Ihr fragt euch inwiefern der 2. Weltkrieg in der Geschichte des Telefons eine Rolle spielt? Während des zweiten Weltkriegs beendete der Anschluss Österreichs die Selbstständigkeit des Telefonwesens. Am  19. März 1938 wurde festgelegt, dass die „Überleitung der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung auf das Deutsche Reich“ erfolgte. Alles wurde somit von Berlin aus gesteuert. Auch sämtliche Ausbauarbeiten am Telefonnetz kamen in den Folgejahren des zweiten Weltkrieges zum Stillstand. Mehrere Telefonzentralen und Verstärkerämter wurden schwer beschädigt und mehr als die Hälfte des Kabelnetzes waren nicht mehr funktionstüchtig. Erst nach der Kriegszeit, im April 1945 entspannte sich die Lage allmählich wieder. Telefongespräche ins Ausland wurden jedoch bis ins Jahr 1953 überwacht.

ISDN – ein neues Zeitalter brach an

Im Jahr 1989 wird das Festnetz digital. Der offizielle Startschuss für das „Integrated Services Digital Network“, abgekürzt „ISDN“ ist gefallen. ISDN ist ein internationaler Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz und dient dazu, verschiedenste Daten zu übermitteln und zu übertragen – unter anderem auch die Telefonie oder Fernnachrichten. Der Vorteil von ISDN war, dass die Übertragung im Gegensatz zu den älteren Telefonmodems wesentlich schneller funktionierte. Zudem konnte man nun gleichzeitig zwei Gespräche miteinander verbinden und gleichzeitig im Internet surfen. Auch die Sprachqualität steigerte sich im Vergleich zur analogen Übertragungsform und mit einem ISDN-Mehrgeräteanschluss können bis zu zehn Rufnummern vergeben werden. Der Nachfolger von ISDN ist DSL. DSL ist ca. 250 Mal schneller als ein ISDN-Anschluss und löst ISDN langsam aber sicher überall ab.

Festnetztelefonie

Bildquelle: Magnetic Mcc / Shutterstock.com

Fazit

Das Festnetztelefon verliert in privaten Haushalten immer mehr an Bedeutung, denn fast jeder besitzt mittlerweile sein eigenes Smartphone. Dieses kann überall mithingenommen werden und bietet außerdem noch viele andere tolle Funktionen wie Apps, Musik, Textnachrichten, uvm. In Unternehmen ist die Festnetztelefonie nach wie vor wichtig. Mittlerweile gibt es auch Schnurlos-Festnetztelefone, welche problemlos innerhalb des Wohnbereiches mitgenommen werden können. Somit ist man zumindest nicht mehr an einen fixen Platz gebunden, wenn es mal länger dauern sollte mit dem Telefonieren. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Verzichten wir irgendwann komplett auf ein Festnetztelefon?

Habt ihr noch ein Festnetztelefon bei euch zu Hause?

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Über den Autor
Alexandra
Mein Name ist Alexandra Höller. Die meisten nennen mich aber schlicht und einfach "Alex". Ich arbeite bei der Russmedia IT GmbH als Kundenberaterin für VOLmobil & highspeed Internet. Wenn du mir dein Feedback da lassen möchtest, Fragen zu den Themen hast oder dich für unsere Produkte interessierst, schreib mir doch eine E-Mail an alexandra.hoeller@volhighspeed.at.