Fast jeder hat mittlerweile seinen eigenen WLAN-Zugang bei sich zu Hause, was sich als sehr praktisch erweist. Man kann sich kabellos mit dem Laptop, PC, Tablet, Smartphone, usw., verbinden und sich somit bequem von einem Ort zum anderen bewegen, ohne dass ein lästiger Kabelsalat einen dabei einschränkt. Ab und zu kommt es jedoch vor, dass die WLAN-Verbindung lahmt und unsere Pläne in Sachen Streaming oder Online-Gaming durchkreuzt. Wie ihr eure WLAN-Verbindung selbst optimieren könnt und was die Ursachen für Störungen sein können, lest ihr in diesem Beitrag.

URSACHEN FÜR SCHLECHTE WLAN-VERBINDUNGEN

Wenn das WLAN zuhause spinnt, kann das mehrere Ursachen haben. Zum einen können die baulichen Bedingungen, wie beispielsweise eine Fußbodenheizung oder Stahlbeton, zum anderen Dinge wie Elektrogeräte oder andere Funksignale, eurem WLAN einen Dämpfer geben. Natürlich gilt auch, je weiter man vom Router entfernt ist, desto schwächer wird der WLAN-Empfang. Babyfone, das WLAN vom Nachbarn, Mikrowellen – ja sogar Möbel können einen schlechten Einfluss auf eure WLAN-Verbindung haben. Wie ihr seht, hat es so ein WLAN-Signal nicht leicht in der heutigen Zeit.

Elektrogeräte, wie zum Beispiel eine Mikrowelle, erzeugen Funkwellen. Wenn diese Funkwellen im gleichen oder nahen Frequenzbereich wie das WLAN selbst erzeugt werden, führt das zu Störungen. Herkömmliche WLAN-Router funken im Normalfall mit einer Frequenz von 2,4 GHz – das tun ein Playtation-Controller und andere Elektrogeräte ebenfalls. Neuere Router, wie unsere FRITZ!Box 7530, nutzen mittlerweile zwei Frequenzbänder und erkennen teilewise selbstständig, dass sie die Frequenz von 2,4 GHz auf 5 GHz wechseln müssen (Band Steering). Wenn die Router das noch nicht selbst zwischen den Frequenzbändern switchen, könnt ihr, sofern der Router 2,4 GHz und 5 GHz unterstützt, manuell in den Einstellungen wechseln.

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Auch bauliche Bedingungen, wie zum Beispiel ein hoher Metallanteil in den Wänden oder Decken, ein hoher Feuchtigkeitsanteil im Mauerwerk aber auch Materialien wie Holz oder Glas (vor allem Doppelverglasungen) bremsen das WLAN-Signal. Selbst Wasser ist ein Feind einer guten WLAN-Vernetzung, da der Frequenzbereich von 2,4 GHz der Resonanzfrequenz von Wasser entspricht. Das ist auch der Grund, warum ein hoher Feuchtigkeitsanteil in den Wänden, aber auch Badheizkörper oder ein Aquarium alles andere als gut für euer WLAN-Netzwerk ist.

Bluetooth-Sender oder Babyfone gehören ebenfalls zu den WLAN-Störenfrieden. Ein oder zwei dieser Geräte werden es nicht schaffen, ein WLAN-Netzwerk in die Knie zu zwingen. Wenn aber mehrere Faktoren zusammenspielen, kann es durchaus passieren, dass die WLAN-Verbindung zerschossen wird und alles nur noch ganz langsam oder gar nicht funktioniert.

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DER RICHTIGE PLATZ FÜR DAS MODEM

Eine der häufigsten Ursachen einer schlechten WLAN-Verbindung ist die falsche Platzierung des Modems. Der richtige Standort eures Routers ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute WLAN-Verbindung. Achtet darauf, dass zwischen eurem Modem und den Geräten, welche ihr über WLAN verbinden möchtet, möglichst wenig „Hindernisse“ in Form von Möbeln oder Wänden stehen. Vermeidet es außerdem, den Router in einem Kästchen, Regal oder hinter irgendwas zu „verstecken“. Auch wenn der Router nicht zum Rest der Einrichtung passen sollte – dein WLAN-Netzwerk wird es euch nicht verzeihen, eingesperrt zu sein. Radios, Babyfone, Mikrowellen aber auch Schnurlostelefone sollten nicht in der direkten Umgebung eures Modems stehen – sie funken im wahrsten Sinnde des Wortes, dazwischen. Am Besten stellt ihr euren Router, wenn möglich, erhöht und mit viel Freiraum rundherum, auf.

STREAMING UND ONLINEGAMING ÜBER LAN-KABEL

In der heutigen Zeit gibt es in fast jedem Haushalt einen Smart-TV oder eine Spielekonsole. Streaming und und Onlinegaming stehen also an der Tagesordnung. Gerade bei diesen Diensten ist eine stabile Internetverbindung wichtig, da sie sonst schlichtweg einfach keinen Spaß machen. Die stabilste Verbindung ohne Geschwindigkeitsverluste habt ihr, wenn ihr eure Spielekonsole, euren PC oder Smart-TV direkt über das LAN-Kabel mit eurem Modem verbindet. So holt ihr das Maximum aus eurer Internetverbindung raus und habt weniger mit Störungen zu kämpfen. Natürlich kann jede Form der Internet-Technologie mal einen Ausfall haben, aber durch die LAN-Verbindung verhindert ihr, dass euch elektronische Geräte, bauliche Bedingungen oder andere Funksignale Probleme bereiten. Wie viel Geschwindigkeit ihr für eure Online-Spiele benötigt, lest ihr im Beitrag „Onlinegaming – Wie viel Speed benötige ich wirklich?„.

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REICHWEITE MIT POWERLINE-ADAPTERN ERWEITERN

Wenn ihr ein mehrstöckiges Haus oder eine größere Wohnung habt, bietet sich die Verwendung eines Powerline-Adapters an, um auch im hintertsen Winkel eures Zuhauses eine ausreichende WLAN-Verbindung nutzen zu können. Der Unterschied zwischen einem WLAN-Repeater und einem Powerline-Adapter ist, dass ich WLAN-Repeater nur für die Erweiterung auf einer Etage eignen. Dazu kommt, dass hier Hindernisse wie Wände oder Möbel die Signalübertragung beeinträchigen können. Der Repeater funktioniert wie  eine Funkstation, die das Signal des Modems aufnimmt und dann weiterleitet. Man steckt den Repeater im besten Falle mittig zwischen Router und Empfangsgerät ein. Der Repeater fängt das WLAN-Signal des Modems auf und schickt dieses dann verstärkt weiter. Jedoch geht hier in den meisten Fällen vom Modem zum Repeater und auch von Repeater zu Repeater (wenn man mehrere hat), merkbar Geschwindigkeit verloren.

Schnelleres WLAN - So optimiert ihr eure WLAN-Verbindung! 1

Die Powerline-Technologie nutzt hingegen das vorhandene Stromnetz im Haus oder der Wohnung. Ein Powerline-Set besteht mindestens aus zwei Adaptern – einem Sender und einem Empfänger. Der Sender wird an einer Steckdose in unmittelbarer Nähe eures Modems angebracht – im besten Falle alleine. Dann verbindet ihr euer Modem per LAN-Kabel mit dem Sender. So wird das Internetsignal in den Stromkreis geleitet. Den oder die Empfänger, es sind je nach Marke und Modell auch mehrere eEmpfänger auf einen Sender möglich, steckt ihr in den Räumen ein, in welchen eure ursprüngliche Internetverbindung geschwächelt hat. Die Empfänger wandeln das Signal aus dem Stromkreis wieder in Daten um. Mehr über das Thema „Powerline“ lest ihr im Artikel „Powerline – Internet aus der Steckdose„.

EIN ZU VOLLER WLAN-KANAL

Gerade in dicht besiedelten Gegenden oder Wohnblöcken kommt es oftmals vor, dass sich euer Modem eine Frequenz mit den Nachbarn teilt. Auch dieses Problem kann zu einer Verschlechterung eures WLAN-Signals führen. Wenn alle oben angegebenen Störungen ausgeschlossen oder beseitigt wurden und ihr immer noch das Gefühl habt, dass das alles nichts oder nur sehr wenig gebracht hat, wendet euch einfach an euren Internetanbieter. Ruft kurz an und schildert euer Problem. Versierte User können den WLAN-Kanal selbst wechseln. Fast jeder Router hat diese Funktion in den WLAN-Einstellungen zur Verfügung. Wenn ihr es selbst macht, achtet darauf, dass der von euch ausgewählte Empfangskanal von niemand anderem belegt wird. Wie ihr den WLAN-Kanal bei eurer FRITZ!Box wechselt, findet ihr in dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung von AVM.

FAZIT

Viele Wege führen nach Rom – oder, in unserem Fall, zu einer besseren WLAN-Verbindung. Und das Beste daran ist, ihr könnt selbst schon viel zu einem guten WLAN-Netz beitragen –  ohne großen Kostenaufwand. Oftmals reicht es schon aus, den Router an den richtigen Ort zu bringen oder, wenn möglich, diverse Elektrogeräte aus der Schusslinie zu entfernen. Auch Verstärker, wie Powerline-Adapter, können eine große Verbesserung bringen. Und mit einem kurzen Anruf bei eurem Internetanbieter oder einer Einstellung eures Modems, könnt ihr einem überlasteten WLAN-Kanal entfliehen. Wenn das WLAN-Signal trotz allem immer noch nicht richtig funktioniert, kann es auch sein, dass euer Internetpaket voll ausgeschöpft ist. Hier kann euch ebenfalls euer Internetanbieter weiterhelfen. Ein Wechseln auf ein höheres Paket kann hier rasche Abhilfe verschaffen.

Bildquellen: Shutterstock.com, AVM Pressefotos
Fotografen: sdecoret, Manuel Esteban, Kwangmoozaa, Pressmaster